Uwe Kropinski “SO WIE SO” 

Jazzwerkstatt JW 110

13 Tracks 68:58, mit dt. und engl. Texten

“An alle Akustikgitarristen! Wer dachte, bereits zu wissen, was alles auf diesem sechssaitigen “Spiel”-Zeug möglich ist, sei gewarnt: Ihr wisst es nicht.

Der Berliner Freistilist Uwe Kropinski entlockt seinen Gitarren das größtmögliche Spektrum. Von der verinnerlichten Einfachheit bis an den Rand des klanglichen und spieltechnischen Universums. Alles klingt so, wie es klingen muss, aufgrund innerer Notwendigkeit und nicht, weil sich da einer etwas Besonderes ausgedacht hat.

Ein Geburtstagsgeschenk hat er sich gemacht, zum Sechzigsten. Und uns, den Hörern,

die die wundersamen Klangspuren eines Berufenen bestaunen. Eines, der So wie so nicht anders konnte, als dem Ruf der Gitarre zu folgen. Und wenn jemand im booklet schon freimütig bekennt, dass es die Liebe ist, die ihn antreibt und ihn spielen lässt, was er will - wie viel Liebe zum Instrument muss einer dann haben, um sich Gitarren bauen zu lassen, die 39 Bünde haben, als wolle er die fehlende Strecke zu den Sternen überbrücken? Fliegen kann er, und das tut er auch. Grenzen scheren Uwe Kropinski nicht. Weder die musikalischen noch die im Herzen. Glückwunsch nachträglich nach Berlin!”

Rolf Beydemüller

Besprechung aus “FolkerJuli/August 2012

2012


Gitarrist Uwe Kropinski begeisterte beim Solokonzert im Jazzkeller "Posaune" mit breitgefächertem Repertoire.

Eisenach. Mit den wegweisenden Kompositionen seines Solo-Albums "So wie so" im Gepäck, gastierte Jazz-Gitarrist Uwe Kropinski im Rahmen der Tournee zu seinem 60. Geburtstag zu einem mitreißenden Konzert im Jazzkeller "Posaune", um die Zuschauer mit seinem ausgefeilten, technisch absolut perfekten Gitarrenspiel in seinen Bann zu ziehen.

 

Einmal mehr erwies sich der wohl einst beste Jazz-Gitarrist der DDR, der 1988 nach einem Auftritt beim Klassenfeind "republikflüchtig" geworden war, als experimentierfreudiger Tausendsassa, der keine Gelegenheit auslässt, seinen Instrumenten exzentrische Klänge zu entlocken. So umfasst das Album, das inhaltlich an seine erste Veröffentlichung in der Bundesrepublik - "So oder so" im Jahr 1988 - anknüpft und diese fortführt, stark rhythmusorientierte Stücke, die maßgeblich von klassischer Musik oder den spanischen Flamenco-Eruptionen eines Paco de Lucía beeinflusst sind. Dabei nutzt Uwe Kropinski seine Gitarre vor allem als Percussionsinstrument in zahlreichen Kompositionen.

 

Mit Bravour gelingt es Kropinski, alle Bearbeitungen seinem markanten Stil anzupassen, selbst wenn es sich dabei um bayerische Volksmusik handelt, die nur noch in Grundzügen erkennbar bleibt. Ganz abenteuerlich geht es zu, wenn der 1952 in Berlin geborene, lange Jahre als Freejazz- und Improvisationsmusiker tätige Virtuose zwei Gitarren gleichzeitig spielt und dabei eigenwillige Klangstrukturen erzeugt, wie sie in dieser Form im Jazzclub bislang noch nicht zu hören gewesen sein dürften.

 

 

Klaus-Peter Kaschke / 28.11.2012 


Uwe Kropinski gab Konzert in den Ansbacher Kammerspielen

Hinter der Fassade

Spannender und unkonventioneller Gitarren-Jazz

Wirklich spannende Musiker erfinden sich immer wieder neu, gehen Wege, die sie zuvor nichz beschritten haben - finden selbst im Altbekannten ungeahnte Aspekte.

Wie der Jazzgitarrist Uwe Kropinski der zum Grenzgang in die Ansbacher Kammerspiele einlud.

Mit puristischen Jazz-Definitionen war Kropinskis Alleingängen seit jeher nur schwer beizukommen. Wenn er im Duo mit dem Pianisten Dieter Köhnlein schon ein fröhlicher Jazz-Anarchist ist, der sich um Konventionen kaum schert, so stößt er solo in Bereiche vor, für die selbst Begriffe wie “Fusion” oder “Crossover” zu einengend und eindimensional sind.

Seine nagelneu eingespielte CD “Universal Language” verrät im Untertitel, wo es den nach wie vor mit souveräner Technik gesegneten Hochgeschwindigkeits-Gitarristen hinzieht: “Kropinski sings”. Allerdings keine Standards wie “My Funny Valentine” (obwohl die sehr natürlich, doch etwas blass klingende Kopfstimme bisweilen an Chet Baker erinnert), sondern wortlose, nur marginal artikulierte Melismen, die Kropinskis Kompositionen manchmal schon in die Nähe der Neuen Musik rücken.

Dazu passt das Faible des Musikers für die Zwölftontechnik, obwohl er diese nicht so dogmatisch begreift, wie die Neue Wiener Schule. Wo Schönberg und Co. die Auseinandersetzung mit mathematischen Prinzipien suchten, Reihen und Skalen konstruierten, die dem romantischen Gehör eher Schmerzen bereiten, findet Kropinski in harmonischen Reibungen und rhythmischen Exzentrizitäten jenes Potential, das auch ohne Programm, ohne konkrete “Handlung” für emotionala Spannung sorgt.

Was mit dem sehr persönlichen Zugang des Gitarristen zu seinen Sujets zu tun hat.

Kropinski versteht es eine leise Meditation wie “Sonntag” in eine fast philosophische Betrachtung über das Wesen der Dinge umzudeuten. Seine Lebensbetrachtungen gehen nahe, weil sie weit hinter die Fassade der Realität zu blicken versuchen, um dort Wahrheiten jenseits der Tagesaktualität zu finden.

Dass Uwe Kropinski ein Händchen für Melodien hat, die im Ohr bleiben, für Rhythmen, die den Fuß selbst dann mitwippen lassen, wenn sie ein so krummes Maß wie sieben Achtel haben, rundet die Sache ab. Hier legt ein Ausnahmekünstler zur Feier seines 

30-jährigen Bühnenjubiläums ganz entspannt und völlig souverän die Summe seines Könnens vor und bestätigt so ganz nebenbei seinen Ruf als einer der weltweit führenden Schrittmacher der Jazzgitarre. Auch und gerade weil sich seine musikalischen Einfälle nicht mit gängigen musikalischen Maßstäben messen lassen können - und dies auch gar nicht wollen. Unkonventionalität ist hier Prinzip. Und das ist gut so.

Hans von Draminski FLZ 2.3.2007)

28.2.2007


Begeisterte Besucher erleben musikalische Faszination 

Gitarrist Uwe Kropinski gibt Konzert in Neuenburg – Ein Spiel von höchster Perfektion und Leichtigkeit

Das wirkt nach: Uwe Kropinski in concert, Neuenburg, Zugabe "Blackbird". Er lässt den Schlussakkord samtheiser ausklingen: "You've been only waiting/For this moment to arrive" – und auf "moment" ertönt, klock tein, die Glocke der Turmuhr ...

Vorausgegangen waren zwei an musikalischer Faszination und Inspiration überreiche Stunden beim Abschlusskonzert der Neuenburger Gitarrentage. Wer Uwe Kropinski nicht kannte, mochte sich nach dem ersten Stück noch auf ein "normales" Gitarrenkonzert einrichten – mit einer paarunddreißigbündigen Akustischen zwar, gepflegt bis virtuos bedient, aber wenig mehr.

Doch schon die Intensität, mit der er seine Ballade vortrug, ließ aufhorchen, und mit "Tana", einer Improvisation über ein madegassisches Thema, zog er das durchweg fachkundige Publikum so in den Bann, dass kaum einer da war, der nicht mit angehaltenem Atem verfolgte, was da abging: Da verrenkt sich einer, in sich versunken, hinter seiner Gitarre; scheinbar ansatzlos aus den Gelenken zupfen, schweben, schlagen, drücken, kreisen Finger auf und über Saiten und Korpus, zuckt die Rechte anch oben oder unten, um das Wangenholz zu tätscheln. Melodie, Begleitung und Rhythmus entstehen, verweben, verdichten sich. Aus einer Gitarre klingen zwei, ein Basslauf tritt hinzu, eine Conga, und nach und nach ein ganzes Perkussions-Instrumentarium, all dies in höchster Perfektion und Leichtigkeit.

Es war der erste Höhepunkt eines an- und aufregenden Konzerts, das fortan nur noch aus Höhepunkten bestehen sollte – egal, ob Klassik, Jazz oder Rock den Ausgangspunkt bildeten. Wie das gelingen konnte? Nun, Uwe Kropinski verfügt nicht nur über die Gaben eines Ausnahmegitarristen – Geschwindigkeit, Präzision, "Zärtlichkeit" der Saitenbehandlung, das geniale "Kropinski-Kreiseln" seien herausgestellt –, sondern noch dazu über die eines Spitzen-Srummers: er ist eine ganze zweite Jazz-Band – zweite Stimme, Bass und Schlagzeug inklusive. Dass dieser unglaublichen Komplexität Klamauk oder Komödiantentum dennoch völlig fremd sind, erklärt sich aus Kropinskis umfassender musikalischer Bildung. Er kennt Bach wie Hendrix, ist in Jazz und Blues zuhause, und er kennt sich aus in den Volksmusiken dieser Welt. In seiner musikantischen Vollkommenheit, seiner musikalischen Intelligenz und in seiner Art der Versenkung in das Instrument präsentierte sich Uwe Kropinski dem hingerissenen Neuenburger Publikum als Glenn Gould der Gitarre – auch in puncto Beifall: drei Zugaben, Verzückung, Ovationen.

Aus "Nordwest-Zeit", 17.10.2002


Ostberliner Gitarren-Paganini auf 39 Bünden 

Uwe Kropinski zu Gast beim Jazzclub Regensburg / Aufregender Neuerer der modernen akustischen Gitarrenmusik

Julian Bream, Jimi Hendrix, Django Reinhardt, Jim Hall, Keith Richards, Fred Frith, Chuck Berry, Paco de Lucia, Frank Zappa, Eric Clapton, John Williams ... Eine endlos und beliebig fortsetzbare Aufzählung von Musikern, die bei aller stilistischer Unterschiedlichkeit und Unvergleichbarkeit doch eines gewissermaßen fundamental eint: das gemeinsame Instrument Gitarre. Jede noch so beliebige, zusammengewürfelte Gitarristen-Aufzählung verdeutlicht die unglaubliche Vielfalt und kaum zu überschätzende Bedeutung, die dieses Instrument vor allem in der "populären" Musik dieses Jahrhunderts vom Blues - gewissermaßen dem Ursprung - über den Jazz, Rock 'n' Roll, Folk, Rhythm 'n' Blues, Beat, Pop, Rock, Funk etc. einnimmt. Die Geschichte dieser musikalischen Entwicklungsstränge ließe sich durchaus als Geschichte der entsprechenden "Gitarristiken" schreiben und hören. 

Fragt man nach den Gründen für diese auffällige gegenseitige Bedingtheit von Gitarre und "Popular"-Musik, so stößt man auf die große Wandlungs- und Entwicklungsfähigkeit dieses Instruments, bei dem es sich selbst ja auch nur um das vorläufige Ergebnis einer jahrtausendealten Entwicklung handelt: die Gitarre, jenes eigentlich sehr einfache Gebilde aus Klangkörper, Hals und Saiten, läßt sich elektrifizieren, im Bau variieren, auf tausend verschiedene Arten anschlagen, greifen und begreifen. Als besondere Qualitäten - und gleichermaßen Schwierigkeit wie Möglichkeit - stechen v.a. die "Nähe des Gitarristen zum Sound", zur (im Gegensatz zum Piano) direkten Klangbildung (Anschlagen der Saiten durch Finger bzw. Plektrum) und die einzigartige Verbindung von Rhythmus- und Melodieinstrument in der Gitarre hervor. 

Mit dem gebürtigen Ostberliner Uwe Kropinski präsentierte der Jazzclub bereits zum zweiten Mal den vielleicht bedeutendsten und aufregendsten Innovateur im Bereich moderner, improvisierter stilübergreifender akustischer Gitarrenmusik. Kropinski, bei dem es auch Pat Metheny "umhaut" ("He knocked me out"), spielt Instrumente des holländischen Gitarrenbauers Theo Scharpach, in einer der eines Cellisten in etwa vergleichbaren Haltung: der Korpus lagert zwischen den Oberschenkeln, der überlange Hals, der das Schalloch teilt und fast bis zur Mitte des Korpus reicht, ruht auf der linken Schulter Kropinskis. Diese eigentümlich "ungitarristische" Spielhaltung erlaubt es Kropinski, konventionelle Spieltechniken der Klassik-, Flamenco- und Jazzgitarre in bislang völlig ungehörter Form zu erweitern: Er bedient sich seines gesamten Instruments klopfend, reibend (benetzter Finger auf Gitarrenlackierung), schlagend zur perkussiven Begleitung und Ausgestaltung seiner Musik, ja wird in diesem Maße, in dem er Gitarrist ist, zum vollausgereiften Perkussionisten - ein- oder zweihändig und mit einer Rassel unter dem Fuß als Hi-Hat

39 (!) Bünde entlocken dem 42jährigen Läufe von der Feurigkeit eines an Paganini geschulten Violinisten und Akkordfolgen von geradezu symphonisch dichtem Umfang. Beim Anschlag schöpft Kropinski aus einem Fundus, der die Technik eines klassischen Gitarristen wie Julian Bream, des Flamenco Paco de Lucias, der Jazzgitarre plus Kropinski-Specials, wie das Ziehen der Saite zwischen Mechanik und Gitarrenhals umfaßt.

Und die Musik dieses eizigartigen Solisten? Ist Kropinski nur ein technischer Blender, dem wie bei vielen die avantgardistische Spieltechnik zum Selbstzweck verkommt, oder decken sich Musikalität und Spiel? Nach der etwas braven Afrika-inspirierten Einstiegsnummer und einem begeisternden Blues ("The Riff") brachte Kropinski Eigenkompositionen zu Gehör, die in Ausdruck, Breite der Durchführung und Form eine Inspiration am Erbe der Klassik offenbarten. Kongenial bis in Ansätzen satirisch-persiflierend verarbeitet Kropinski Klangwelten der spanischen und lateinamerikanischen Gitarrenliteratur mit zeitgenössischer improvisierender Avantgarde. Die fast bachschen Geist atmende "Improvisation in a-Moll" war perkussiv durchbrochen und endete in zeitgenössischer Dissonanz. In einer Intensität, die an den Soloauftritt des so viel mehr traditionell-jazzigeren und erst kürzlich verstorbenen Joe Pass am gleichen Ort erinnerte, bewies Kropinski, daß die musikalischen Inhalte seiner gitarristischen Bedeutung in nichts nachstehen.

Von Claus Lochbihler, "Mittelbayerische Zeitung", 15.12.1994


Das Konzert des Kölner Gitarristen in Neustadt und Villingen 

Beim Jazzclub Villingen ist er schon öfters aufgetreten, Titisee-Neustadt hat er nun mit seinem ersten Konzert erobert. Das Kunstforum Hochschwarzwald hatte sich als Veranstalter angehängt, um Uwe Kropinski, den von Kennern der Gitarre hochgehandelten Jazzer, als Top-Ereignis anzubieten. Sowohl in der Stadt am Rande als in der Stadt auf den Höhen des Schwarzwaldes wurde der aus der DDR stammende und jetzt seit wenigen Wochen in Köln lebende Kropinski von einem fachkundigen Publium gefeiert.

Uwe Kropinksi begeht einen Drahtseilakt – für sein Spiel, das zwischen Jazz, Klassik, Blues und Flamenco angesiedelt ist, benützt er eine Konzertgitarre. Dem Verzärtelten, mit dem manche Nur-Klassiker der Gitarre eher nerven als überzeugend musizieren, hat Kropinski allerdings mit dem Plektrum den Kampf angesagt. Trotzdem hat der studierte Konzertgitarrist seine klassische Ausbildung, sprich die Finger seiner Rechten, nicht vergessen. In Kombination mit dem Anschlagsplättchen werden vertrackte fünf- oder gar sechsstimmige Griff- und Rhythmusmuster hörbar, die zuerst verblüffen und dann begeistern.

So kann man Uwe Kropinski nicht in eine Stil-Schublade stecken. Was nach einer freien Charles-Mingus-Komposition klingt, läßt plötzlich vertrauten Blues durchschimmern. Improvisationen, die auf der Gitarrendecke mit dem fliegenden Hand-Schlag der Flamencogitarristen festgezimmert sind, entpuppen sich als intelligente und logisch eingebettete Percussions-Kunststücke.

Kropinski überrascht mit jeder weiteren Nummer – angenehm, daß für ihn auch bei verlockend ins Ohr fließenden Tongirlanden Kitsch ein Fremdwort bleibt. Klar auch, daß dieser Meister der Gitarre den Flageolett-Tönen noch nie Gehörtes abgewinnt – während viele Kollegen seines Fachs sich noch begnügen, damit die ewig naiv Unbedarften zu verführen.

Von Hans Ilg, "Südkurier", 1.9.1987


Weltklasse 

Der Gitarrist Uwe Kropinski

Zu Al di Meola und Paco de Lucia strömen Tausende, den Weg zu Uwe Kropinski ins Esslinger Kulturzentrum Dieselstraße fanden gerade 65. Käme es jedoch zum direkten Vergleich der beiden Gitarrengiganten mit dem ehemaligen Bürger der DDR und jetzigen Wahl-Kölner: der bescheidene Bärtige mit der aufrechten Gitarrenhaltung würde sie, salopp gesagt, in Grund und Boden spielen.

In sich gekehrt sitzt er da, Plektrum in der Rechten, während die Linke zwischen Kopf und Brusthöhe am unorthodoxerweise wie bei einem Cello fast aufgerichteten Gitarrenhals entlanghuscht. Mit fingerartistischen Kabinettstückchen beginnt er sein Programm – wieselflink und hochmusikalisch –, dann wird's mit "Improvisation Nr. 25" dissonant. Die Tonleiter löst sich in Halbtonstaccati auf, denen ein geschickter Plektrumschlag dreifache Halleffekte hinterherschickt.

Andere würden dafür kiloweise Elektronik benötigen, Uwe Kropinski dagegen konzentriert sich auf sein Instrument und bewegt einfach seine Finger ein bißchen schneller.

Uwe Kropinski ist Techniker par excellence, doch die Instrumentenbeherrschung gedieh bei ihm so weit, daß sie unauffällig bleibt. So entwickelt er in "Percussion and Tunes" aus wenigen Grundschlägen auf den Körper seines Instrumentes aberwitzige Perkussionsorgien, ergänzt sie durch wenige knappe, mit dem Druck der Finger beim Griff auf den Gitarrenhals erzeugte Rock-Riffs. Einzigartig. Und wer in aller Gitarren-Welt hält schon – wie Kropinski – einen zehnminütigen Calypso-inspirierten Flageolett-Tanz auf den Saiten fehlerfrei durch? Dazu noch moduliert er ganze Akkorde, indem er die frei schwingenden Saiten oberhalb des Grundstegs dehnt und preßt.

Keine Frage, dieses Konzert besaß Weltklasse. Und das vor 65 Zuschauern. Derart erlesene Ereignisse bietet das Jazzprogramm des Esslinger Kulturzentrums häufiger ... (ws)

Aus "Stuttgarter Zeitung", 26.8.1987